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Ein Maultier ist das Kreuzungsprodukt aus einer Hauspferdestute mit einem Hauseselhengst.

Maultiere sind einfacher zu züchten als Maulesel und werden aufgrund ihrer im Vergleich zu den Pferden größeren Ausdauer und Unempfindlichkeit als Zug- und Tragtiere verwendet, eignen sich aber auch gut als Reittiere.

Sie besitzen die Ausdauer und die Trittsicherheit eines Esels in Kombination mit der Geradlinigkeit, der Kraft und dem Mut eines Pferdes. Ein Maultier ist daneben auch für ungeübte Reiter ein gutes Reittier, das im Allgemeinen gut beherrschbar ist und bei guter Ausbildung keine Überraschungen erwarten lässt.

Sie sind sie weit weniger scheu als Pferde und neigen bei Gefahr auch nicht dazu, einfach die Flucht zu ergreifen. Sie können mit allen Hufen in alle Richtungen ausschlagen und sind im Allgemeinen in der Lage, ihren Reiter gegen den Angriff von Wölfen (Europa, Nordamerika) oder Pumas (Mittel- und Südamerika) zu verteidigen.

Exterieur Bearbeiten

Sie sehen eher aus wie ein Hauspferd, ihre Ohren sind jedoch so lang wie die des Esels und die Nüstern kleiner.

Sie besitzen einen Schweif und keine Quaste.

Geschichte Bearbeiten

Maultiere sind bereits aus dem alten Orient belegt. Vielleicht züchteten bereits die Sumerer Maultiere, aus dieser Zeit sind jedenfalls Kreuzungen zwischen Esel und Onager belegt. Auch in der griechischen Literatur werden Maultiere erwähnt.

In der Antike galten Maultiere als die edelsten Tiere überhaupt. Aus diesem Grunde wurden die Tierärzte im Römischen Reich damals nicht Rossärzte (equomedici), sondern Maultierärzte (mulomedici) genannt.

Im Mittelalter sowie in der neueren Zeit gelangten Maultiere in alle Erdteile und spielten vor allem als Lasttiere eine bedeutende Rolle, besonders in geografisch und klimatisch schwierigeren Gebieten.

In beiden Weltkriegen kamen diese Tiere aufgrund ihrer günstigen Eigenschaften noch einmal auf praktisch allen Kriegsschauplätzen zahlreich zum Einsatz, im Ersten Weltkrieg vorwiegend bei Gebirgstruppen, im Zweiten Weltkrieg außerdem sowohl in kälteren Klimazonen wie den Steppen der Sowjetunion als auch in tropischen Gefilden wie Südostasien.

Heute spielen Maultiere in weniger entwickelten Regionen der Welt nach wie vor eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft sowie als Transportmittel. Außerdem haben sie ihre Bedeutung für militärische Zwecke in gebirgigen sowie schwer zugänglichen Gegenden bis heute behalten. In Europa und den USA werden Maultiere in privater Hand nach wie vor in kleinerem Stil gezüchtet und gehalten, wenn auch mehr zum Privatvergnügen und zur Traditionspflege.