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Eine Fressbremse soll einem Pferd das Fressen erschweren und dadurch die Menge der aufgenommenen Nahrung

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reduzieren. Sie wird zur Gewichtsreduktion sowie zur Vorbeugung gegen Erkrankungen, die durch die übermäßige Aufnahme von Weidegras entstehen können, wie beispielsweise Kolik oder Hufrehe eingesetzt.

Die Fressbremse wird mit einer Halfter- oder trensenähnlichen Konstruktion aus Riemen am Kopf des Pferdes befestigt, die ein Geflecht aus Nylonriemen oder ein Plastikstück mit Löchern so vor Nase und Maul des Pferdes in Position hält, dass beim Grasen nur noch einzelne Halme aufgenommen werden können. Eine individuelle Anpassung an die Größe des Pferdekopfes ist notwendig, um Scheuerstellen zu vermeiden und um für Nase und Maul einen genügend großen Raum zur Futteraufnahme und Belüftung zu gewährleisten.

Nachteile Bearbeiten

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Mögliche Nachteile bei der Anwendung von Fressbremsen stellen Scheuerstellen an der Haut und eine erhöhte Abnutzung der Vorderzähne dar. Sichergestellt werden muss auf jeden Fall, dass die Tiere trotz angelegter Fressbremse noch in der Lage sind, ausreichend Wasser aufzunehmen. Je nach Konstruktion der Fressbremse ist dies bei den in der Pferdehaltung verbreiteten Selbsttränken nicht immer gewährleistet, so dass gegebenenfalls auf eine Tränkung aus Eimern oder Becken umgestellt werden muss. Da Tiere sich mit der Konstruktion an Sträuchern oder Zäunen verfangen können, ist eine regelmäßige Kontrolle der Tiere auf der Weide notwendig.

Kritisch zu bewerten sind die Auswirkungen der Fressbremsen auf das Sozialverhalten der Pferde. Da deren Kommunikation untereinander zu einem großen Teil auf der Mimik der Kopfpartie, insbesondere auch der Maul- und Nüsternpartie beruht, wird diese durch angelegte Fressbremsen stark eingeschränkt. Die für die anderen Tiere sichtbare Mimik wird auf das Ohrenspiel beschränkt und ist damit für diese nicht mehr interpretierbar. Neben der sozialen Fellpflege verhindert die Fressbremse auch das Beißen als Drohverhalten, wodurch es zu Rangordnungsveränderungen innerhalb einer Pferdegruppe kommen kann.

Die Erschwerung der Futteraufnahme kann bei einigen Tieren zur Frustration bis hin zur Resignation führen. Zudem akzeptieren nicht alle Tiere das Tragen der Vorrichtung und reagieren auch nach einer Eingewöhnungszeit noch mit Kopfschütteln, Scharren, Schnauben und Wälzen.

Der Einsatz von Fressbremsen sollte deshalb nur nach einer längeren Gewöhnungsphase, nur stundenweise und nur wenn eine ständige Kontrolle möglich ist, erfolgen.