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Dressurreiten ist eine Disziplin des Pferdesports, bei der die natürlichen Veranlagungen des Pferdes durch gymnastische Übungen gefördert und verfeinert werden. Das Dressurreiten hat das rittige Pferd zum Ziel, das auf minimale Signale („Hilfen“) hin zum exakten Ausführen einer gewünschten Aufgabe („Lektion“) veranlasst werden kann. Die dressurmäßige Ausbildung des Pferdes stellt die Grundlage fast jeder reiterlichen Betätigung dar und findet ihre Vollendung in der Hohen Schule. Maßgeblich für die Ausbildung aller Pferde in der Dressur ist die sogenannte Skala der Ausbildung.

Geschichte Bearbeiten

Das Dressurreiten als Sport entstand Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Vergleich zwischen Offizieren und war, wie die meisten reitsportlichen Disziplinen, anfangs überwiegend diesen vorbehalten. Während in den höfischen Kreisen lange Zeit die sogenannten „Caroussels“ bzw. „Horse-Ballets“ (vergleichbar heutiger Quadrillen) die üblichen Reitvorführungen waren, wurde 1873 von der „Gesellschaft zur Prämierung gut dressierter Campagne-Pferde“ in Pressburg erstmals ein Preisreiten als Einzelreitwettbewerb durchgeführt. Diese Prüfungen verbreiteten sich in den folgenden Jahren in Europa. Sie enthielten neben den in heutigen Dressurprüfungen üblichen Lektionen auch noch Hindernisse.

Turniersport Bearbeiten

Auf Turnieren werden Reiter und Pferde in Dressuraufgaben mittels einer Wertnote von 0 (nicht gezeigt) bis 10 (ausgezeichnet) bewertet. Es wird entweder eine Note für die gesamte Aufgabe vergeben oder eine Gesamtnote, die sich aus separaten Noten für jede einzelne Lektion der Aufgabe ergibt.

Es werden Bahnfiguren im  Dressurviereck durchgeführt und von bis zu fünf Richtern gemeinsam oder einzeln bewertet.

Die Dressuraufgaben bestehen aus einer bestimmten Anzahl von Lektionen, die in einer bestimmten Reihenfolge oder, in einer Kür, auch mit Musikuntermalung in frei gewählter Abfolge gezeigt werden.

Bewertet werden der Sitz und die Hilfengebung des Reiters, die Bewegung und die Rittigkeit des Pferdes sowie die Korrektheit der Ausführung der verlangten Lektionen.

  • Immer wieder stehen Dressurreiter aufgrund der Anwendung der „Rollkur“ unter Kritik. Hierbei wirkt der Reiter derart stark auf die Zügel ein, dass er sein Pferd zum Senken des Kopfes und Einrollen des Halses zwingt.
  • Das Dressurreiten erlebt ab Ende 2010 zeitweilig eine erhöhte Medienpräsenz. Grund hierfür war die Vermarktung das als „Wunderpferd“ bezeichneten Hengstes Totilas.

Lektionen Bearbeiten

traversartige Stellungen Bearbeiten

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Die Traversale (engl. half pass, frz. appuyer) ist eine Vorwärts-Seitwärts-Bewegung im (versammelten) Trab oder Galopp, entlang einer diagonalen Linie, wobei der Körper parallel zur langen Seite der Reitbahn ausgerichtet ist.

Als Travers (engl. haunches-in, frz. tête au mur) wird in der Reitkunst eine Vorwärts-Seitwärts-Bewegung des Pferdes bezeichnet, bei der das Pferd gebogen und in einer Abstellung von ca. 30 Grad auf vier Hufschlaglinien geht; die Hinterhand wird zum Bahninneren hin gestellt, während die Vorhand auf dem Hufschlag bleibt.

Renvers (eng. haunches-out, frz. croupe au mur) ist in der Reitkunst eine Vorwärts-Seitwärts-Bewegung des Pferdes, bei der dieses in Bewegungsrichtung gestellt und gebogen ist. Das Pferd läuft also zu seiner inneren (konkaven) Seite hin. Während die Hinterhand auf dem Hufschlag bleibt, wird die Vorhand in die Bahn gestellt.

Kunstgangarten Bearbeiten

Piaffe Bearbeiten

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Die Piaffe (von frz. „piaffer“ = tänzeln, stampfen) ist eine Übung, bei der das Pferd eine trabartige Bewegung an der Stelle (oder mit geringem Raumgewinn) mit untergeschobener Hinterhand zeigt.

Pferde zeigen diesen Bewegungsablauf als natürliches Verhalten bei großer Unruhe oder Erregung.

Passage Bearbeiten

Das Passagieren besteht darin, dass der Trab in verzögerten Tritten mit einer verlängerten Stütz- bzw. Hangbeinphase ausgeführt wird. Die eigentliche Schwebephase, also die Zeit, in der alle vier Hufe ohne Bodenkontakt sind, ist stark verkürzt[1]. Der Eindruck des Schwebens ergibt sich aus der verlängerten Hangbeinphase, da sich dadurch jeweils ein diagonales Beinpaar länger in der Luft befindet. Die Unterarme werden dabei bis fast zur Waagrechten angehoben und die Hinterhand tritt vermehrt unter den Körper. Das Pferd geht dabei mit einem geringen Raumgewinn vorwärts.

Die Passage wird, wie die ähnliche Piaffe, aus dem Imponierverhalten des Hengstes abgeleitet.

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Pirouette Bearbeiten

Pirouetten reitet man als Schritt-, Galopp- und Piaffepirouette auf zwei Hufschlägen. Dabei bewegt sich die Vorhand in

einem Kreis um die Hinterhand, die allerdings gleichfalls einen sehr kleinen Kreis um einen Mittelpunkt möglichst nahe am inneren Hinterbein beschreibt. Der innere Hinterfuß hebt sich deutlich vom Boden ab und fußt „an derselben Stelle oder nur sehr gering davor“ wieder auf.

Terre à terre Bearbeiten

Terre à terre nennt man einen kurzen, hocherhobenen Schaukelgalopp im Zwei- oder im leicht versetzten Viertakt. Beide Vorderhufe werden erhoben und etwas versetzt voreinander wieder abgesetzt, dann springen beide Hinterbeine auf gleiche Weise nach. Es resultiert nur wenig oder gar kein Raumgewinn.